Sechs Wochen, sechs Welten: Das war unser Ferienprogramm
von admin
Die Ferien sind vorbei – und damit endet das vielfältige Sommerprogramm des Meko Lichtenberg, das Kreativität, digitale Bildung und jede Menge Spaß beinhaltete. Für Menschen aus den Bereichen Medienpädagogik und sozialer Arbeit, aber auch einfach Interessierte, haben wir eine Zusammenfassung darüber erstellt, was wir machen und warum.
Ein Medienkompetenzzentrum ist nicht nur für die Bildung von Medienkompetenz da, sondern bietet gerade in Randgebieten von Städten, in denen Probleme wie Bildungsbenachteiligung und soziale Problematiken existieren einen Safer Space, um zu lernen, zu machen und Zugang zu Technologie zu erhalten.
Durch die Belastung der Teilnehmenden durch Schule, Ausbildung oder Studium bedeutet das auch, dass Medienkompetenzzentren, die weniger Fokus auf schulische Aktivitäten legen, mehr Energie und Zeit in die Gestaltung eines sinnvollen Nachmittagsprogrammes legen (müssen), das sich an die Ideen und die verbleibende Energie der Teilnehmenden anpasst. Nicht alle sind in der Lage, nach sieben Stunden Unterricht oder Arbeit selbst noch eine weitere technische Fähigkeit zu erlernen.
Wir versuchen sämtliche Inhalte unabhängig von ihrer technischen und planerischen Komplexität auf Grundlagen herunterzubrechen, aber genauso zu ermöglichen, dass diese soweit vertieft werden können, wie möglich. Low floor, high ceiling, wie es so schön genannt wird.
Woche 1: We will rock you, Spiek
Der Auftakt der Ferien begann mit unseren Kolleg*innen vom Spiek, die im selben Gebäude sind, und dem „We will rock you“-Festival, wo gerappt, musiziert und performt wird. Dabei kommen Gruppen zusammen und neue Menschen lernen uns kennen. Hier sind Teilnehmende nicht nur im Spiek, um Musik zu lernen; Gitarre, Musiktheorie und Techno via GarageBand (digitale Audiostation von Apple, mit der einfach Stücke produziert werden können) werden auch im Meko angeboten. Wir sind gespannt, wann unsere Teilnehmenden bereit sind aufzutreten.
Musik als Freizeitangebot ist deshalb fordernder, weil Teilnehmende ihre Ergebnisse erst mit einiger Zeit Übung sehen werden und erste Experimente in den Bereichen noch nicht den Vorstellungen entsprechen, mit denen man vielleicht in solche Projekte geht. Gerade mit GarageBand und ähnlichen Programmen besteht hier aber die Möglichkeit, relativ schnell mit Loops zu arbeiten und auch Musikstücke nachzubauen, um erste sicht- und hörbare Ergebnisse zu produzieren und diese in weitere Medien einzubinden.
Woche 2: Podcast-Workshop
Podcast-Produktion fällt Jugendlichen manchmal schwer, da es, wie alle performenden Künste, von Theater zu Tischrollenspielen, oft das Fallenlassen einer Maske oder das Springen über den eigenen Schatten erfordert. Auch war hier die Kommunikation der Jugendlichen klar: kein Interesse, nein. Das respektieren wir und schauen, wie wir den Workshop anderweitig umgestalten können.
Als Meko sind wir auf die Partizipation von Teilnehmenden angewiesen und nur wenn deren Ideen und Einschätzungen wahrgenommen und respektiert werden, ist ein gemeinsames Arbeiten auch möglich. Alternativen wurden gefunden, und so hat man politische Themen, kiezrelevante Inhalte und Ideen für weitere Mekoprojekte besprochen und schriftlich festgehalten statt aufzunehmen.
Woche 3: GeoCaching, Pokémon GO, Kiezspaziergänge
Der eigene Kiez kennenzulernen ist wichtig für die hier lebenden Jugendlichen und Teilnehmenden, was wir mit Pokémon GO verbunden haben, um eine weitere Motivation zu schaffen und auch die Lebenswelt der Teilnehmenden außerhalb des Mekos zu erkunden!

Woche 4: Smash Brothers oder kompetitive Videospiele
Gaming als Gemeinschaftserlebnis: Wir öffnen die Nutzung unserer Geräte jeden Tag ab 17:00 Uhr für eine relativ freie Nutzung, darunter auch Super Smash Brothers, ein Beat’em-Up-Spiel für Spieler*innen ab 12 Jahren. Oft ist das Spiel ein guter Aufhänger, um nicht nur kompetitiv miteinander zu spielen, sondern auch eine Möglichkeit, anderweitig mit dem Meko zu interagieren – so wurden zum Beispiel bei der Raumgestaltung von Teilnehmenden das Spielelogo mit an die Wand gemalt. Teilnehmende bauen auch außerhalb des Spiels soziale Bindungen untereinander auf.
Woche 5: LARP
Live Action Role-Playing (LARP) lädt zum Eintauchen in fantastische Welten ein und wird niedrigschwellig mit Rollen und Geschichten erprobt. Ein Klassiker ist mittlerweile die Umsetzung des Spiels „Among Us“ im echten Leben, ein Murder-Mystery-Spiel, bei dem alle Teilnehmenden versuchen, herauszufinden, wer zu welcher Seite gehört, abgeschaut vom gleichnamigen Computerspiel. Die Durchführung ist noch mit dem Spiek geplant.
Woche 6: Politik, Politik, Politik
Die letzte Woche stellt gesellschaftliche und politische Fragen in den Raum. Wahl-O-Mat, das Kartenspiel Coup, der Besuch der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, aber auch ein Stickerworkshop mit https://licht-blicke.org/ bringen komplizierte Themen nah- und diskutierbar zu den Teilnehmenden.
Gerade in Anbetracht der U16/U18-Wahl, bei der wir partizipieren und mit im Koordinierungsteam arbeiten, ist es wichtig, Teilnehmende langfristig auf solche Events vorzubereiten – es besteht wirkliches Interesse daran, auch wenn Grundlagen manchmal erst aufgearbeitet werden.

Für Medienpädagog*innen und soziale Initiativen bietet das Programm vielleicht einen Anreiz, bestimmte Ideen selbst zu testen; werft auch gerne einen Blick auf unsere OERs, wenn ihr mehr über Thematiken erfahren wollt oder meldet euch via .