3. Nov. 2026

Making und Medienbildung im Strukturwandel: Die LausitzLabs sind eröffnet!

von Alev Coban

Mehr als 3.000 Menschen an einem einzigen Abend: Mit diesem Ansturm haben wir das Projekt LausitzLabs und den dazugehörigen Makespace in Cottbus am 10. Oktober eröffnet. Während der Nacht der kreativen Köpfe öffneten wir die Türen und weihten so den LausitzLabs Makespace ein.

Kinder und Jugendliche schauten mit großen Augen auf Maschinen und Werkzeuge und probierten sie aus, Eltern und Großeltern tüftelten mit. Mit pädagogischen Fachkräften aus der Region kamen wir ins Gespräch darüber, was in der Lausitz gebraucht wird und was künftig durch die LausitzLabs möglich wird. Überall war zu spüren, was Making mit Menschen macht: Es weckt Neugier und Entdeckungslust. Ganz egal, ob man acht oder achtzig ist.

Fotos © KOPSCHproduction.

Was die LausitzLabs vorhaben

Die LausitzLabs bauen ein Bildungsnetz für MINKT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Kunst und Technik), Medien- und digitale Bildung sowie demokratische Teilhabe auf – in der ganzen Lausitz, gefördert mit 12,6 Millionen Euro. Der Makepace in Cottbus ist das Herzstück. Dazu kommen vier Satelliten-Labs in kleineren Orten und zwei mobile Labs auf Rollen, die abgelegene Orte im ländlichen Raum erreichen.

Das Prinzip ist einfach: Lernen durch Selbermachen. Statt nur über Technik zu reden, wird gebaut, programmiert, gestaltet und verworfen, bis aus einer Idee etwas Eigenes wird. Dafür bieten wir kostenlose Workshops und offene Werkstätten für Kinder und Jugendliche an. Die Lerninhalte entwickelt mediale pfade gemeinsam mit den Jungen Tüftlern in Form von offenen Lernpfaden auf einer digitalen Plattform. Open Educational Badges machen das Gelernte sichtbar. Außerdem bieten wir Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, damit Making auch in Schulen und Jugendeinrichtungen ankommt. Die Universität Potsdam und die BTU Cottbus-Senftenberg begleiten das Projekt wissenschaftlich.

Ein feierlicher Auftakt

Bevor es ans Ausprobieren ging, wurde der Makespace feierlich mit einem Grußwort von Dirk Blaschke, Vorstand des Landesfachverbands Medienbildung Brandenburg e.V., eingeweiht. Er spannte den Bogen von der Geschichte der Lausitz bis zu ihrer digitalen Zukunft.

Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann, Dr. Maximilian Müller-Härlin, Ko-Leiter des Referats Digitale Kompetenzen und MINKT-Bildung des BMBFSFJs sowie die Cottbuser Bürgermeisterin Doreen Mohaupt waren sich einig: Die LausitzLabs sollen in den kommenden Jahren zur Blaupause werden und Akteure aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen, um MINKT- und Medienbildung niedrigschwellig anzubieten.

Warum uns das am Herzen liegt

Für uns ist Making mehr als Basteln mit Technik. Wer selbst etwas baut, versteht, dass Technologie von Menschen  mit Interessen und Entscheidungen gemacht ist.

Genau darum geht es im Strukturwandel: Wer bestimmt, wie die Zukunft der Lausitz aussieht? Wir finden: die Menschen, die hier leben. Dafür braucht es Orte, an denen junge Menschen nicht nur Geräte bedienen lernen, sondern verstehen, wie Algorithmen, Plattformen und Daten funktionieren und politisch wirken. Orte, an denen man ausprobieren, gemeinsam scheitern und weitertüfteln darf.

Deshalb setzen wir auf offene Werkzeuge und offenes Wissen. Was wir in den LausitzLabs entwickeln und erproben, werden wir – wie in all unseren Projekten – als offene Bildungsmaterialien teilen, damit andere darauf aufbauen können. Und wir bleiben selbst Lernende: Wir wollen genau hinschauen, wen wir erreichen und wen noch nicht.

Mehr Infos zum Projekt hier.

Medienbildung